Neubau des E-Schöpfwerkes Otterndorf
Die Wasserwirtschaftlichen Maßnahmen des sogenannten KANAL-PROJEKTES wurden durch katastrophale Entwässerungsverhältnisse in den Sietlandsgebieten des Medemverbandes und des Hadelner-Kanal-Gebietes ausgelöst. Ursache war der völlige Ausfall des Otterndorfer Diesel-Mündungsschöpfwerkes im Herbst des Jahres 1950. Über mehrere Monate standen weite Flächen des Hadelner Sietlandes unter Wasser. So kam es 1953/54 zum Bau des E-Schöpfwerkes Otterndorf mit Durchstich im Zuge umfangreicher Baumaßnahmen des KANAL-PROJEKTES in einem Gebiet von rd. 50.000 ha.
Der damalige Ministerpräsident Hinrich Wilhelm Kopf nahm sich der Sache an und veranlasste eine großräumige Planug. Durch ihn wurden die umfangreichen Baußmaßnahmen mit einem "Staatsakt des ersten Spatenstiches für das Kanal-Projekt" auf der Baustelle in Stinstedt am 13. August 1952 begonnen.
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| Sichtlich bewegt nimmt der Ministerpräsident Hinrich Wilhelm Kopf von zwei jungen Mädchen aus Stinstedt im Zuge des feierlichen Baubeginns einen Blumenstrauß entgegen. Kopf war sich der finanziellen wie flächenmäßigen Größe der Baumaßnahme voll bewusst. Er hatte im kleinen Kreis der Beteiligten gemurmelt: "Wenn dat man nich to grot is!" | Damals, 1952, gab es bei den Maßnahmen des Vorfluterbaues noch viel Handarbeit und so konnte der Ministerpräsident Hinrich Wilhelm Kopf die Arbeiter auf der Baustelle begrüßen und mit ihnen ein kleines Gespräch führen. |
Zu dieser Baumaßnahme gehörten Vorflut- und Dränmaßnahmen im damaligen Entwässerungsverband Bederkesa, die Instandsetzung und der Ausbau des Hadelner Kanals und Vorflut- und Dränmaßnahmen im Medemverband. Im letzteren Verband war der Bau eines E-Schöpfwerkes mit Durchstich an der Otterndorfer Schleuse geplant. Dieser Schöpfwerksbau wurde im Jahre 1953 begonnen. Eingebaut wurden zwei Pumpen, deren Pumpwellen in einer Neigung von 45° angebracht sind. Die verstellbaren Propellerflügel können während des Pumpbetriebes die Leistung variieren sie folgt:
2 x 6,00 m³/s bei einer Förderhöhe von 4,50 m,
2 x 8,80 m³/s bei einer Förderhöhe von 2,60 m bzw.
2 x 10,00 m³/s bei einer Förderhöhe von 1,60 m.
1954 wurde das E-Schöpfwerk in Betrieb genommen. 1955 erfolgte der Bau des Verbindungskanals (Durchstich) zwischen dem Hadelner Kanal und der Medem mit zwei Stauwerken und einer Trennspundwand zwischen den Otterndorfer Mündungsschöpfwerken zur Möglichkeit6 des zusätzlichen Abpumpens des Hadelner Kanals mit dem Diesel-Schöpfwerk.
Die sehr umfangreichen Maßnahmen des KANAL-PROJEKTES konnten mit der Bauabnahme des Neubaues der Medem-Schöpfwerksschleuse im Herbst 1996 zum Abschluss gebracht werden.
| Im Jahre 1953 von der Firma J. D. Hahn, Hechthausen, die Bauarbeiten für ein neues Schöpfwerk an der Otterndorfer Schleuse begonnen. Für Jung und Alt nun ein beliebtes Besichtigungsobjekt. Blick auf die Gesamtbaustelle nach Süden. |
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| Blick aus dem Inneren der Medemschöpfwerksschleuse auf das Dieselschöpfwerk mit Freiflutschleuse. |
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| Blick nach Nordost auf die Medemschifffahrtsschleuse mit dem Hadler Seedeich. |
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Das Richtfest des E-Schöpfwerkes Otterndorf fand statt am 17. November 1953. Anwesend waren unter anderem: ganz links: Oberkreisdirektor Bobrowski zweiter von links: Verbandsvorsteher Robert Hottendorf vierter von links: Vorstandsmitglied Wilhelm Wettwer mit Zigarre: Dr. Karl Röpke sen. |
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| Ein Blick aus der früheren Schaltwarte. | Einbau eines Schiffspropellers. |
Das Motto an der Wand im E-Schöpfwerke Otterndorf lautet: HOCHLAND UND SIETLAND BEIDE VEREINT IM KAMPF MIT DEM WASSER DES BAUERN FEIND ES GEDEIHE DIE MARSCH |
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Dieses Bild zeigt das Gehäuse der Ostpumpe mit Pumpenwelle. Das Getriebe und der E-Motor sind in einer Schrägstellung von 45° angebracht. |
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Bei geschlossenem Stauwerk in der Medem kann mit beiden Schöpfwerken ein unabhäniger Betrieb für die Medem und den Hadelner Kanal bei verschiedenen Wasserständen durchgeführt werden. |
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Das "neue" Schöpfwerk nach Abschluss aller Arbeiten im Jahre 1954. |