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Die Baugrube für das Diesel-Schöpfwerk Otterndorf.

Druckrohr des Dieselschöpfwerkes vor dem Einbau.


Wegen der besonderen Tiefe der Baugrube wurde das seitliche Erdreich im Terassenbau abgestützt. Aber wie man auf dem Bilde sieht, beginnt auch der eigentlich feste Kleiboden sich zu lockern. Eine Bauweise, die man in der heitigen Zeit wohl kaum noch antrifft. Voraussetzung für die Verbesserung der Entwässerung im Medemverband war die Anlage von neuen Schleusen als Ersatz für die drei abgängigen Holzschleusen. Aber erst 1861 wird die 1857 von der Regierung in Aussicht gestellte massive Medemschifffahrtsschleuse als Ersatz für die drei hölzernen Schleusen geplant und dann 1864 ausgeführt. Für das Medem-Diesel-Schöpfwerk wurde bereits 1927 eine separate Schöpfwerksschleuse mit Beton-Innenstaubecken errichtet.

Immer wieder waren es die nach starken Niederschlägen auftretenden mehrmonatigen Überflutungen des Hadelner Sietlandes, die das Leben der Bevölkerung sehr erschwerten. Durch anhaltende Überschwemmungen und Missernten von 1829 und 1830, unter Nachwirkungen der Sturmflutkatastrophe von 1825, kam es im Lande Hadeln erneut zu großer Not. Schon im Winter 1834 trifft wieder eine Wassernot das Sietland und 1835 sucht eine Missernte, seit Jahren die vierte, das Land heim.

Auch nach dem Bau des Hadelner Kanals in den Jahren von 1852 bis 1854, mit dem rd. 26.000 ha aus dem Niederschlagsgebiet der Otterndorfer Schleusen abgetrennt wurden, gab es zwar eine erhebliche Entlastung, doch es kam weiter zu anhaltenden Überschwemmungen des Sietlandes. Der Weg des Abflusses von Steinau bis Otterndorf war wegen des fehlenden Gefälles und teilweise zu geringer Profilbreiten der Gewässer zu lang. Somit entschloss man sich, die durch Sielzugzeiten geprägte natürliche Entwässerung aufzugeben. Es wurde beschlossen, die Abführung der Niederschläge auf künstlichem Wege durch Schöpfwerke zu verbessern. In den Jahren 1927 bis 1930 wurden dann drei Schöpfwerke im Medemverbandsgebiet errichtet:

- ein Schöpfwerk an der Medemmündung am Elbdeich,
- das große Dieselschöpfwerk und
- je ein Stufenschöpfwerk in Ihlienworth und Nordleda.


Dies war der erste Diesel-Motor für die große Pumpe.

Es ist ein 6-Zylinder-Viertakt-Dieselmotor mit einer Leistung von 800 PS bei einer Drehzahl von 214 U/Min. über ein Präzisions-Stirnradgetriebe mit einem Übersetzungsverhältnis von 214 : 62 U/Min., welches beiderseits mittels hochelastischer Federkupplungen gekuppelt war. Der Dieselmotor war mit während des Betriebes zu betätigender Drehzahlvorrichtung ausgerüstet, sodass die Pumpenleistung je nach den vorhandenen Förderhöhen und Zuflussmengen einreguliert werden konnte und dadurch eine hohe Wirtschaftlichkeit erzielt werden konnte.

Im Jahr 1956 wurden allerdings in der Kurbelwelle Risse festgestellt. Eine Reparatur wäre zu teuer gewesen, daher wurden zum "Schrottpreis" des alten Dieselmotors zwei Ersatz-Dieselmotoren gekauft.

-> Montage des Dieselmotors. 
-> Hochelastische Federkupplung.