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Trinkwasser aus tiefem Grund


Wasser ist für unseren Körper so wichtig, dass wir krank werden, wenn wir verunreinigtes Wasser zu uns nehmen. Schädliche Stoffe können durch die Darmwand nur bedingt herausgefiltert werden und landen somit in unserem empfindlichen Kreislaufsystem. Aus diesem Grund sind die Anstrengungen der Wasserversorger zur Gewährleistung einer Versorgung mit sauberem und verträglichem Trinkwasser so wichtig. Darüber hinaus sind wir alle in der Verantwortung, durch unser Verhalten dabei zu helfen unser Trinkwasser bestmöglich zu schützen.

Sauberes Wasser hält gesund, verschmutztes Wasser macht krank. Dieser einfache Grundsatz zeigt, wie wichtig ein funktionierender Trinkwasserschutz ist. Doch woher kommt das kostbare Nass und wie lässt es sich schützen? Antworten finden sich einige Meter tief in der Erde: das Grundwasser. Wenn es regnet versickert Regenwasser in den Erdboden und sammelt sich als Grundwasser in porösen und wasserführenden Gesteinsschichten oder Hohlräumen. Auf dem Weg durch die verschiedenen Schichten des Bodens und Gesteins nimmt das Wasser wertvolle Mineralien auf. Beim Versickern wird es auf natürlichem Weg gefiltert und gereinigt. Grundwasser bildet sich ständig neu und versorgt uns zuverlässig mit frischem Süßwasser, das entweder direkt oder nach besonderer Aufbereitung auch als Trinkwasser verwendet werden kann. Das Grundwasser ist Teil des natürlichen Wasserkreislaufs und zugleich der größte und wichtigste Süßwasserspeicher. Aus ihm speisen sich Quellen, Flüsse und Seen. Oberflächennahe Grundwasservorkommen versorgen teilweise auch direkt Pflanzen mit Wasser und lassen wertvolle Feuchtbiotope entstehen. Rund 7,7 Milliarden Kubikmeter Grundwasser bilden sich pro Jahr in Niedersachsen neu. Davon entnehmen die öffentliche Wasserversorgung sowie die Industrie, Kraftwerke und Landwirtschaft etwa 1,2 Milliarden Kubikmeter.

Trotz der hohen Nachlieferung an Grundwasser hat der Schutz eine außerordentlich hohe Bedeutung; ökologisch gesehen und auch ökonomisch, wie das folgende Beispiel zeigt: In der Region Hannover wurde kürzlich die Beseitigung eines Grundwasserschadens beschlossen. ursache ist eine illegale Abfallbeseitigung, die mehr als 30 Jahre zurückliegen muss. Aus dieser wilden Deponie sind giftige chlorierte Kohlenwasserstoffe ins Grundwasser gesickert, die jetzt den erlaubten Grenzwert um fast das 10.000fache übersteigen. Rund 1,5 bis 4 Millionen Euro, schätzt man, kostet die Beseitigung dieses Schadens. Auch nach der Sanierung wird das Wasser in den benachbarten Brunnen 15 Jahre lang nicht zu trinken sein.

Trinkwasserschutz ist eine lebensnotwendige Vorsichtsmaßnahme und Investition für die Zukunft. Das Grundwasser ist am besten zu schützen, wenn der Erdboden nicht mit schädlichen Stoffen belastet wird, die zusammen mit dem Regen ins Grundwasser sickern können.

Wasserschutz kann jeder leisten

Schon mit ein paar einfachen Vorsichtsmaßnahmen kann jeder Einzelne das Grundwasser effektiv schützen.

Ein wichtiger Punkt ist die private Trennung des Sondermülls vom normalen Restmüll: Batterieflüssigkeit oder Farbreste können unserem Grundwasser empfindlich schaden, wenn sie auf der Hausmülledeponie landen und dort versickern. Leere Batterien und Farbeimer können kostenlos über den Einzelhandel oder in den kommunalen Wertstoffsammlungen entsorgt werden. Für die Autowäsche ist die Waschanlage mit einem geschlossenen Abwassersystem der richtige Ort und nicht die Garageneinfahrt im Vorgarten. Ölreste, die vom Auto in die Erde gespült werden, können sonst ins Grundwasser sickern. Nur ein einziger Tropfen Motoröl macht mehr als 500 Liter Wasser unbrauchbar. Große Vorsicht ist auch bei Rasenmähern oder anderen motorbetriebenen Geräten geboten.

Ein letzter Tipp: Wer einen eigenen Garten hat, der sollte nur soviel Dünger verwenden, wie die Pflanzen wirlich benötigen und nach Möglichkeit biologisch unbedenkliche Pflanzenschutzmittel verwenden. Besser ist noch, ganz darauf zu verzichten.